Vergnügungsviertel und NS-Geschichte auf dem Areal der Bockbrauerei

Im Rahmen der Veranstaltung am Fr 09.02. ab 16 Uhr zum Gedenken an Rukeli Trollmann, dem Boxer, wird auch die NS-Geschichte auf dem Areal von der Initiative Kiez aktiv: Bockbrauerei thematisiert.

Johann Rukeli Trollmann setzte im „Sommergarten“ der Bockbrauerei mutige Zeichen gegen die rassistische NS-Ideologie.
Das einstige Vergnügungsgelände der Brauerei, der Ort an dem J.R. Trollmann boxte, wurde 1944 durch Bombeneinwirkung zerstört. Die zu dieser Zeit bereits verbunkerten, zu unterirdischen Rüstungsfabrik-Kellern umfunktionierten historischen Brauereikeller blieben erhalten.

Noch heute gibt es vielzählige Spuren der NS-Gewaltherrschaft auf dem damaligen Bockbrauerei-Areal.
Diese werden im Rahmen einer Skizzierung des historischen Ortes Bockbrauerei und dessen späterer Funktion in der NS-Zeit als Ort der Rüstungsproduktion und menschenverachtender Zwangsarbeit aufgezeigt: Schon vor und vor allem nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten nutzten diese das Vergnügungsgelände der Bockbrauerei zur Verbreitung der NS-Ideologie und ihrer politischen Zielsetzungen.
Seit 1933 wurden die einstigen Brauereibauten und Teile der Brauereikeller zunehmend für militärische Zwecke genutzt; „Wehrwirtschaftsbetriebe“ und „Wehrmachtbetriebe“ siedelten sich dort an. In diesen Betrieben mussten ab Herbst 1939 aus den besetzten Ländern gewaltsam rekrutierte und ins „Reich“ verbrachte zivile NS-Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen arbeiten.

1944/45 wurde in den historischen Bockbrauerei-Kellern eine geheime unterirdische Rüstungsfabrik betrieben. In dem in den Brauereikellern eingerichteten, tief unter der Erde gelegenen Röhren-Werk wurden Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus ganz Europa eingesetzt.