Wir — die Stadtteilinitiative WEM GEHÖRT KREUZBERG — möchten gerne die Karte der Verdrängungsprozesse für "61" aktualisieren: viele Mietshäuser haben nicht nur die Abgeschlossenheitserklärung, sondern sind mittlerweile in Eigentumswohnungen umgewandelt. Kündigungen wegen 'Eigenbedarf' haben Hochkonjunktur. Ferienwohnungen in lukratives möbliertes, zeitlich befristetes Wohnen übertragen. Kleingewerbetreibende verdrängt...
Schaut doch mal in der Karte nach, ob in euren Häusern Daten aktualisiert werden sollten oder ob euer Haus überhaupt schon auf der Karte ist.
Arndtstraße 13 — Chamissoplatz

Ein Haus steht leer und wieder wird bezahlbarer Wohnraum in einem Milieuschutzgebiet verschwinden

Jahrelang geduldete und zuletzt sogar genehmigte Zweckentfremdung: Auf Kosten der Ärmsten — Wohnen auf Zeit für osteuropäische Arbeiter*innen und Roma-Familien — wurde wohl viel Gewinn aus dieser Form der Wohnungsspekulation gemacht. Und jetzt steht das entmietete Haus zum Verkauf.

Engels&Völckers bietet über 2.3 Mio Euro für die 700 m² Wohnfläche, das sind mehr als 3 000 Euro für den unsanierten Quadratmeter.
Anfang 2015 wurden schnell noch die rechtlichen Voraussetzungen für die Umwandlung in Eigentumswohnungen und Baugenehmigungen durch den Bezirk erteilt.
Wieder verschwindet bezahlbarer Wohnraum im Stadtteil, wieder entstehen teure Eigentumswohnungen.
Die Arndtstraße 13 wird verkauft und steht leer und zig tausende Menschen, egal mit welchen Hintergründen suchen und brauchen bezahlbaren Wohnraum.
Ist es da nicht längst an der Zeit, diesen wieder uns zu nehmen? In der Arndtstraße 13, in der Großbeerenstraße 17 a, im Seitenflügel des Mehringdamm 29?


WEM GEHÖRT KREUZBERG   —   April 2017