
Und wieder: Verdrängung von Kleingewerbe in Kreuzberg 61
Fast 22 Jahre lang betrieben Marco und Mirjana das Castel Montecroce an der Ecke Schwiebusser Straße/ Friesenstraße in Kreuzberg 61.
Es gab die beste Pizza und auch sonst qualitativ gutes Essen und Getränke zu bezahlbaren Preisen. Sophia Loren und andere schauten einem dabei zu, während sie selber große Portionen Spaghetti oder Pizza verschlangen. Die Einrichtung war apart robust zum Wohlfühlen, die Atmosphäre angenehm, drinnen wie draußen. Marco wirkte auch im größten Stress gelassen, hatte immer ein freundliches Lächeln und einen flotten Spruch, während Mirjana oft hinter dem Tresen stand und die Getränkebestellungen abarbeitete. Viele Nachbar:innen kamen gerne und regelmäßig und oft gab es Gespräche über die Tische hinweg, denn hier trafen sich die Menschen aus dem Kiez. Die Atmosphäre wurde mit den Jahren immer familiärer.
Das ist vorbei! Dank Vonovia, die das Haus Friesenstr. 14 A-D vor ein paar Jahren von einem privaten Besitzer übernahm, der lange korrekt mit den Mieter:innen umgegangen war.
Am 18. September war der letzte Abend. Auf Initiative der Nachbar:innen gab es ein paar Tage später nochmal einen Abend mit Getränken und Musik als Good Bye. Immer wieder kommen ehemalige Gäste vorbei, um sich zu verabschieden und den Beiden Glück zu wünschen. Die Beiden lächeln tapfer ihre Traurigkeit weg.
Bis zum Ende dieses Monats müssen sie raus und nicht nur das, sie müssen alles abbauen, selbst den Tresen, der dort seit mindestens Ende der 1970ger Jahre steht! Wieso?
Weil Vonovia die Daumenschrauben für die Vertragsverlängerung dermaßen angezogen hat, dass kaum ein Gastronom das in den Nach-Corona Zeiten finanziell stemmen kann, u.a. mit einer saftigen Mieterhöhung, veränderte Kündigungszeiten.
Was soll mit dem großen Räumen geschehen? Niemand weiß es. Vielleicht werden sie ebenso lange leer stehen wie der Laden im selben Gebäude um die Ecke in der Friesenstraße, in dem einst ein gut florierendes Autoersatzteile-Geschäft über Jahre beheimatet war. Dieser Laden steht seit mindestens 20 Jahren leer!
Die Beiden werden versuchen im Heimatland von Mirjana etwas Neues aufzubauen. Die Tochter, die quasi ins Restaurant hinein geboren wurde, bleibt hier, der Kellner, ebenfalls namens Marco, sucht sich notgedrungen eine neue Arbeitsstelle. Ob er mit den neuen Wirtsleuten und Gästen auch so gute Beziehungen haben wird, bleibt zu bezweifeln aber zu hoffen.
Wir sind wütend auf Vonovia und werden das Montecroce vermissen!
Gewerbemietverträge sind bislang ohne jeglichen gesetzlichen Schutz im Vergleich zum Mietrechtschutz, denn die Eigentümer:innen verhandeln diese Verträge frei in Bezug der Miethöhe als auch der Laufzeit mit den Gewerbetreiber:innen aus.
Her mit dem Mietrecht für (Klein-)Gewerbetreibende!
Stopp dem Ausverkauf, Mietenwahnsinn und Verdrängung!
Der Lebenslaute Chor* hat bei seiner diesjährigen Jahresaktion vor deren Geschäftsräumen in Bochum gesungen: 𝄞 „Viva la musica – enteignet Vonovia“
*ein bundesweites Netzwerk von Musiker:innen und Sänger:innen die an Orten musizieren, von denen Unrecht ausgeht.
Fast 22 Jahre lang betrieben Marco und Mirjana das Castel Montecroce an der Ecke Schwiebusser Straße/ Friesenstraße in Kreuzberg 61.
Es gab die beste Pizza und auch sonst qualitativ gutes Essen und Getränke zu bezahlbaren Preisen. Sophia Loren und andere schauten einem dabei zu, während sie selber große Portionen Spaghetti oder Pizza verschlangen. Die Einrichtung war apart robust zum Wohlfühlen, die Atmosphäre angenehm, drinnen wie draußen. Marco wirkte auch im größten Stress gelassen, hatte immer ein freundliches Lächeln und einen flotten Spruch, während Mirjana oft hinter dem Tresen stand und die Getränkebestellungen abarbeitete. Viele Nachbar:innen kamen gerne und regelmäßig und oft gab es Gespräche über die Tische hinweg, denn hier trafen sich die Menschen aus dem Kiez. Die Atmosphäre wurde mit den Jahren immer familiärer.Das ist vorbei! Dank Vonovia, die das Haus Friesenstr. 14 A-D vor ein paar Jahren von einem privaten Besitzer übernahm, der lange korrekt mit den Mieter:innen umgegangen war.
Am 18. September war der letzte Abend. Auf Initiative der Nachbar:innen gab es ein paar Tage später nochmal einen Abend mit Getränken und Musik als Good Bye. Immer wieder kommen ehemalige Gäste vorbei, um sich zu verabschieden und den Beiden Glück zu wünschen. Die Beiden lächeln tapfer ihre Traurigkeit weg.
Bis zum Ende dieses Monats müssen sie raus und nicht nur das, sie müssen alles abbauen, selbst den Tresen, der dort seit mindestens Ende der 1970ger Jahre steht! Wieso?
Weil Vonovia die Daumenschrauben für die Vertragsverlängerung dermaßen angezogen hat, dass kaum ein Gastronom das in den Nach-Corona Zeiten finanziell stemmen kann, u.a. mit einer saftigen Mieterhöhung, veränderte Kündigungszeiten.
Was soll mit dem großen Räumen geschehen? Niemand weiß es. Vielleicht werden sie ebenso lange leer stehen wie der Laden im selben Gebäude um die Ecke in der Friesenstraße, in dem einst ein gut florierendes Autoersatzteile-Geschäft über Jahre beheimatet war. Dieser Laden steht seit mindestens 20 Jahren leer!Die Beiden werden versuchen im Heimatland von Mirjana etwas Neues aufzubauen. Die Tochter, die quasi ins Restaurant hinein geboren wurde, bleibt hier, der Kellner, ebenfalls namens Marco, sucht sich notgedrungen eine neue Arbeitsstelle. Ob er mit den neuen Wirtsleuten und Gästen auch so gute Beziehungen haben wird, bleibt zu bezweifeln aber zu hoffen.
Wir sind wütend auf Vonovia und werden das Montecroce vermissen!
Gewerbemietverträge sind bislang ohne jeglichen gesetzlichen Schutz im Vergleich zum Mietrechtschutz, denn die Eigentümer:innen verhandeln diese Verträge frei in Bezug der Miethöhe als auch der Laufzeit mit den Gewerbetreiber:innen aus.
Her mit dem Mietrecht für (Klein-)Gewerbetreibende!
Stopp dem Ausverkauf, Mietenwahnsinn und Verdrängung!
Der Lebenslaute Chor* hat bei seiner diesjährigen Jahresaktion vor deren Geschäftsräumen in Bochum gesungen: 𝄞 „Viva la musica – enteignet Vonovia“
*ein bundesweites Netzwerk von Musiker:innen und Sänger:innen die an Orten musizieren, von denen Unrecht ausgeht.

