Das ist unser Haus

Buchvorstellung

von Barbara und Kai Sichtermann, 2017

Eine Geschichte der Hausbesetzung

Legal — illegal — scheißegal: Hausbesetzer erzählen die Geschichte des Häuserkampfs

Als die Revolution nicht stattfand, als aus dem fröhlichen Widerstand der Studenten gegen die Pantoffelrepublik ihrer Eltern nichts wurde, schickte sich eine neue Generation an, die Städte mit viel Phantasie „zu erobern“. Das ist ihre Geschichte, in der unter anderen Daniel Cohn-Bendit und Klaus der Geiger zu Wort kommen und viele Beteiligte.

Nicht nur in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln, Freiburg und Zürich tobte seit den 1970er Jahren der Häuserkampf. Kai Sichtermann, Gründungsmitglied der legendären Band Ton Steine Scherben, war mittendrin. Gemeinsam mit seiner Schwester, der Publizistin Barbara Sichtermann, befragte er nun die wichtigsten Protagonisten von damals. Sie erzählen, wie alles anfing, was die Bewegung bewirkte und welche Kämpfe die Hausbesetzer im Laufe der Jahrzehnte ausgefochten haben.
„Das ist unser Haus“ ist „oral history“, Lese-, Bilder- und Geschichtsbuch über eine Zeit, die angesichts stetig steigender Mieten und Wohnungspreise hochaktuell ist. Wem gehört die Stadt und wie stellen wir uns die Städte der Zukunft vor?

Aufbau Verlag, ISBN 978-3-351-03660-7
Radio-Beitrag zur Kiez-Demo gegen Verdrängung vom 25.02.2017

Radio Aktiv Berlin war vor Ort und dokumentiert in O-Ton-Impressionen von den ermutigenden Protesten.

Am 25. Februar demonstrierten ca. 2500 Menschen gegen Zwangsräumungen in Berlin. Derzeit werden Bündnisse weit über die Wohnunsgmieter*innen hinaus gebildet. So solidarisieren sich räumungsbedrohte Gewerbetreibende wie etwa ein Kreuzberger Buchladen oder eine Bäckerei mit bedrohten sozialen Projekten. In einem anderen Beispiel bilden Mieter*innen zusammen mit Gewerbemieter*innen Aktionsgruppen und drängen den Investor erstmal zum Einlenken.

Link: www.freie-radios.net

"Das ist unser Haus!" —Infofilm über das Mietshäuser Syndikat

von Burkhard Grießenauer, Daniel Kunle u. Holger Lauinger, D-2016, 64 Min

Der Film erläutert das solidarische Modell des Syndikats, mit dem sich auch finanzschwache Gruppen bezahlbare Räume in Gemeineigentum sichern können. Ein Film, der dazu anregen soll, ein Hausprojekt in Eigenregie im Syndikatsverbund zu starten. Der circa 64 Minuten lange Film hat eine CC-Lizenz. Er kann auf der Webseite www.das-ist-unser-haus.de gratis gesehen werden.
Er ist ebenso für nichtkommerzielle, öffentliche Aufführungen freigegeben.

Bei Interesse bitte vorab den geplanten Aufführungstermin per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anmelden. Ab Mitte Januar 2017 (nach einigen letzten Ton- u. Farbkorrekturen) werden wir den Film auch zum Download freigeben.

www.das-ist-unser-haus.de 
www.syndikat.org
Dokumentation des stadtpolitischen Hearings vom 02.11.2016

Sich Gehör verschaffen — Mieter_innen besprechen die Berliner Koalitionswilligen

Auf Einladung des Büros für ungewöhnliche Maßnahmen, der Kreuzberger Nachbarschaftsinitiative Bizim Kiez und dem Pankower Mieterprotest beteiligen sich über zwanzig Mieter_innen- und Stadtteilinitiativen am Hearing im Familien- und Nachbarschaftszentrum Wrangelkiez.

Link zur Dokumentation
Die Legende vom Sozialen Wohnungsbau

Buchvorstellung

Andrej Holm, Ulrike Hamann, Sandy Kaltenborn

Die Wohnungsfrage ist zurück im gesellschaftlichen Diskurs. Es ist die Frage nach einer Wohnraumversorgung für diejenigen, die durch einen boomenden Immobilienmarkt nichts gewinnen. Dazu gehören in Zukunft auch die Menschen, die bei uns heute Zuflucht suchen. Politik, Wirtschaft sowie verschiedene zivilgesellschaftliche Akteure fordern vor diesem Hintergrund ein Mehr an Sozialem Wohnungsbau.
Doch taugt das Fördersystem des Sozialen Wohnungsbaus dazu, langfristig niedrige Mieten zu garantieren?
Dieses Heft räumt mit Missverständnissen auf und erklärt, warum der Soziale Wohnungsbau in seiner bundesdeutschen und Westberliner Ausprägung eine Legende ist: Statt einer nachhaltigen Wohnraumversorgung für einkommensschwache Haushalte ging es bisher vor allem um Wirtschaftsförderung und private Eigentumsbildung. Grund genug, sich mit dem Prinzip des Sozialen Wohnungsbaus auseinanderzusetzen.


Erscheinungsdatum: 31. August 2016

Berliner Hefte zu Geschichte und Gegenwart der Stadt, ISBN: 978-3-946674-01-6

Die Stadt als Beute

Dokumentarfilm von Andreas Wilcke, 2016

Als Insel zwischen zwei Systemen entzog sich Berlin lange den Begehrlichkeiten des Marktes. In verschiedensten Kiezen schien es für jeden eine Nische zu geben. Damit ist jetzt Schluss: Berlin soll Megacity werden.
Von London bis New York gilt Berlin plötzlich als “the place to be“. Das weckt Begehrlichkeiten. Jeder will hier wohnen und viele wollen sich hier eine Wohnung kaufen, die — verglichen mit „zu Hause“ — spottbillig ist. Ehemaliger staatlicher Wohnungs-bestand wird privatisiert und Mietwohnungen werden zu Eigentum. Welten prallen aufeinander und Paralleluniversen tun sich auf.

Vier Jahre lang hat Andreas Wilcke diesen Prozess dokumentiert und Makler, Investoren, Kaufinteressenten und betroffene Mieter interviewt und begleitet. Der Zuschauer erlebt hautnah, wie eine Stadt quasi im Zeitraffertempo umgekrempelt wird und welche Dynamik die Erschließung der Ressource “Wohnraum in Berlin” angenommen hat.

Alle Informationen zum Film und zu den Vorführungsterminen unter: www.diestadtalsbeute.com


Wimmelbild „Recht auf Stadt“ veröffentlicht

WimmelbildDas Wimmelbild „Recht auf Stadt“ zeigt comic-dokumentarisch Initiativen und Aktionen von Menschen, die ihr Lebensumfeld „Stadt“ aktiv gestalten.
Sie wehren sich gegen Verdrängung und Zerstörung und verfolgen dabei kooperative und solidarische Ansätze, die sie der kapitalistischen Verwertungslogik entgegensetzen. Die dargestellten Szenen sind real-fiktiv, viele haben so oder so ähnlich stattgefunden, einige der über 2 000 Figuren sind realexistierenden Personen (und Tieren) nachempfunden.

Markus Wende, Trickfilmzeichner in Berlin, hat das Bild nach thematischer Inspiration des Tübinger Aktionsgeschichten-Sammlers Marc Amann gezeichnet.

Seit Anfang Juli 2016 wird das Wimmelbild "Recht auf Stadt" als A1-plus-Plakat kostenlos verteilt.

Die Erstellung des Bildes sowie der Plakatdruck beim Hinkelstein Kollektiv Berlin wurden finanziert von den AnStiftern in Stuttgart, dem Jugendbildungsnetzwerk der Rosa Luxemburg Stiftung, dem Netzwerk Selbsthilfe Berlin sowie weiteren Unterstützer*innen.

Das Plakat liegt bundesweit in verschiedenen alternativen Buch- und Infoläden, offenen Werkstätten, auf Aktionscamps, bei Vernetzungstreffen und Konferenzen kostenlos zum Mitnehmen aus.

Weitere Infos, Promo-Material und das gesamte Bild zum Scrollen und Zoomen gibt es hier: http://wimmelbild.animationsfilm.de/
Das Filmprojekt „Wir sind noch da!“ unterstützen

DER FILM "Wir sind noch da!" für den wir um Spenden bitten

Unsere Langzeitdokumentation zeigt die Veränderungen in Berlin-Prenzlauer Berg seit 2009. Sie gibt einen sensiblen Einblick in das Leben und die Gefühle von Menschen, die sich über Jahre hinweg dagegen wehren müssen, aus ihren Wohnungen verdrängt zu werden. Sie erzählt auch die Geschichten von Menschen, die einen Großteil ihrer Freizeit damit verbringen, gemeinschaftlich genutzte Freiflächen im Kiez gegen Privatisierungsbestrebungen, Luxusbebauungen und das Profitstreben Einzelner zu verteidigen.

http://www.wirsindnochda.tv/

Henri Lefebvre: Das Recht auf Stadt

Buchvorstellung

Das unumstrittene Grundlagenwerk für die moderne Stadt — Henri Lefebvres Recht auf Stadt endlich in deutscher Übersetzung

Allerorten wird in den letzten Jahren ein »Recht auf Stadt« eingefordert — von sozialen Protestbewegungen gegen Gentrifizierung weltweit. NGOs und UN-Organisationen postulieren es gleichermaßen. Kritische Stadtforscher wie David Harvey, Peter Marcuse oder Niels Boeing beziehen sich in ihrer radikalen Gesellschaftskritik auf Henri Lefebvre, der das Konzept 1968 entworfen hat — in einer Schrift, die hier nun zum ersten Mal in deutscher Übersetzung vorliegt.

»Recht auf Stadt« ist mehr als die individuelle Freiheit, auf städtische Ressourcen zugreifen zu können. Es ist das Recht auf ein erneuertes urbanes Leben. Angesichts der sozialen Probleme in den desolaten Hochhaus-Vorstädten und anderer Folgen des rasanten Städtewachstums nach dem Zweiten Weltkrieg stellte Lefebvre schon in den sechziger Jahren fest, dass der Urbanisierungsprozess einhergeht mit einem Verlust der Stadt als Ort der kreativen Schöpfung, zugunsten einer bloßen industriellen Verwertungslogik. Er postuliert aber keine Abkehr von der Stadt — etwa in die zeitgleich entstehenden amerikanischen Mittelklasse-Vororte –, sondern macht in der Stadt ein enormes Potenzial aus, das zu einer emanzipierten urbanen Gesellschaft führen kann. Das Recht auf Stadt ist ein gesamtgesellschaftliches Anrecht auf Begegnung, Teilhabe, Austausch, das große Fest und einen kollektiv gestalteten und genutzten städtischen Raum.

Aus dem Französischen von Birgit Althaler
Mit einem Vorwort von Christoph Schäfer

Deutsche Erstausgabe, 224 Seiten, erschienen im März 2016 im Verlag Edition Nautilus

Artikel dazu: der Freitag 04.05.2016: Kritische Zone

Broschüre: Resisting Evictions Across Europe

Ein kleiner Hinweis auf eine neue Broschüre, die sich mit dem Widerstand gegen Zwangsräumungen und deren Ursachen in verschiedenen europäischen Städten beschäftigt. Die Broschüre wird von der European Action Coalition for the Right to Housing and the City herausgegeben und kann hier runtergeladen werden http://berlin.zwangsraeumungverhindern.org
Videos zur Veranstaltung am 04.02. Soziale Stadt für Alle — geflüchtete Menschen werden Nachbarn