Reclaim Your City
Urbane Protestbewegungen am Beispiel Berlins

Buchvorstellung
Hrsg.:
Pappsatt Medien-Kollektiv
Oktober 2014

Verlagstext:
Steigende Mieten, Privatisierung öffentlicher Flächen, Gentrifizierung und Verdrängung aus der Innenstadt sind die Folgen einer neoliberalen Stadtentwicklung, die zunehmend in den Fokus der Kritik gerückt ist. »Reclaim Your City« gibt den urbanen Protestbewegungen eine Stimme, die sich demgegenüber mit unterschiedlichen Methoden den öffentlichen Raum aneignen und ein Recht auf Stadt reklamieren. Mittel der Gegenwehr sind physische Aneignungen wie Haus- und Platzbesetzungen, Blockaden von Bauvorhaben oder Zwangsräumungen, aber auch Demonstrationen und Verfremdung von Werbung, kritische Kartierung und Erstellung von Leerstandsmeldern. Das Buch erklärt die Strategien der Raumaneignung dieser Bewegungen und fragt danach, wie sich KünstlerInnen und GestalterInnen in der Stadtpolitik positionieren.

Anhand des konkreten Beispiels Berlin liefert das Buch einen repräsentativen Querschnitt durch die emanzipatorischen städtischen Bewegungen der aktuellen Zeit. Es beschreibt den Wandel der Städte im Neoliberalismus und stellt die Auseinandersetzungen um Macht und Teilhabe am städtischen Raum dar.

Trotz des Fokus auf Berlin bietet das Buch einen allgemein übertragbaren Überblick auf städtische Proteste weltweit. »Reclaim Your City« schlägt die bildliche und inhaltliche Brücke zwischen Mietprotesten, Nachbarschaftsgärten, Graffiti-Kultur und den Aufständen illegalisierter MigrantInnen.

zu beziehen bei: Assoziation A

Empire St. Pauli — von Perlenketten und Platzverweisen

Dokumentarfilm von Irene Bude und Olaf Sobczak
D 2010, 85 min 

Im globalen Städte-Wettbewerb setzt sich Hamburg in Konkurrenz zu anderen Metropolen. Stadtentwicklung soll günstige Standortfaktoren für Unternehmen, Investoren und Touristik gewährleisten, die letzten Lücken in der so genannten "Perlenkette" entlang des Elbufers werden imagebildend geschlossen.

Für den Film wurden über 50 Interviews geführt. Es wurde auf ExpertInnen von außen verzichtet. Verschiedenste St. PaulianerInnen kommen zu Wort: AnwohnerInnen, Angestellte, KünstlerInnen, Gastwirtinnen, Braumeister, Großinvestoren, SozialarbeiterInnen, Hoteliers, RechtsanwältInnen, der Bezirksamtsleiter und viele mehr. So bildet der Film jenseits von Rotlicht, Kleinkriminellen und Arme-Leute-Klischee ein vielfältiges Meinungsspektrum ab.
Die DVD ist auf der Website des Films zu bestellen.

Link: empire-stpauli
und hier könnt ihr die Dokumentation jetzt auch online anschauen:
Kanal B

bye bye st. pauli

Dokumentarfilm von Irene Bude, Olaf Sobczak und Steffen Jörg
D 2014, ca. 90 min

Kaum etwas symbolisiert den Wandel St. Paulis zum Investorenviertel so sehr wie der Abriss der Esso-Häuser. Die Doku "Buy Buy St. Pauli" zeigt den Kampf der Aktivist*innen.

Link: buybuy-stpauli

Presse:
Artikel in der Zeit: ESSO-Häuser: Sozialkitsch, aber real vom 02.11.2014

Verdrängung hat viele Gesichter

Dokumentarfilm vom Filmkollektiv Schwarzer Hahn
D 2014, 94 min

Der im Kollektiv aus Berliner Filmschaffenden und Aktivist_innen entstandene Film versucht sich dem inzwischen weit verbreiteten Begriff GENTRFIZIERUNG anzunähern. Architekt*innen, Politiker*innen und Menschen, die der Verengung des Mietmarktes durch den Kauf oder Bau von Eigentumswohnungen auszuweichen suchen, kommen ebenso zu Wort, wie wütende Anwohner*innen und Aktivist*innen.

Zum Film:
Berlin. Ein kleiner Kiez zwischen Ost und West. Verwilderte Brachen am ehemaligen Mauerstreifen. Motorsägen und Baukräne. Neubauten, Eigentumswohnungen und steigende Mieten. Versteckte Armut, Altmieter*innen, zugezogene Mittelschicht, Architekt*innen, Baugruppen.
Auf engstem Raum wird ein Kampf ausgetragen. Von Gesicht zu Gesicht. Direkt. Ohne Blatt vor dem Mund. Ängste artikulieren sich. Auf allen Seiten. Wut verschafft sich Ausdruck. Ein Kampf um Millimeter. Um den Kiez. Um Würde. Um das eigene Leben.

Link: berlingentrification

MIETREBELLEN — gegen den Ausverkauf einer Stadt

Dokumentarfilm von Gertrud Schulte Westenberg und Matthias Coers
D 2014, 78 min, OmeU

In den letzten Jahren hat sich die Hauptstadt rasant verändert. Wohnungen, die lange als unattraktiv galten, werden von Anlegern als sichere Geldanlagen genutzt. Massenhafte Umwandlungen in Eigentumswohnungen und Mietsteigerungen in bisher unbekanntem Ausmaß werden alltäglich. Die sichtbaren Mieterproteste in der schillernden Metropole Berlin sind eine Reaktion auf die zunehmend mangelhafte Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum. 

Der Film ist ein Kaleidoskop der Mieterkämpfe in Berlin gegen die Verdrängung aus den nachbarschaftlichen Lebenszusammenhängen. Eine Besetzung des Berliner Rathauses, das Camp am Kottbusser Tor, der organisierte Widerstand gegen Zwangsräumungen und der Kampf von Rentnern um ihre altersgerechten Wohnungen und eine Freizeitstätte symbolisieren den neuen Aufbruch der urbanen Protestbewegung.

Link: mietrebellen

WelcomeGoodbye

Dokumentarfilm von Nana A.T. Rebhan
D 2014, ca. 80 Min.

Berlin besitzt momentan das größte Tourismuswachstum weltweit – nicht für alle Anlaß zur Freude. Gentrifizierungsphobien, Touristenfeindlichkeit, Existenzängste — die Dokumentation WELCOME GOODBYE versucht, die momentan vorherrschenden gesellschaftlichen Stimmungen einzufangen, und lässt Freunde und Feinde des Tourismus zu Wort kommen.

Aber auch die Touristen selbst sind Fokus des Films: In sechs Episoden begleitet WELCOME GOODBYE u.a. Taiwanesinnen, Mexikaner und einen Holländer durch die Spreemetropole.

Link: welcomegoodbye

Reportage über Berlin — eine Stadt der Mieter*innen

Eine multimediale Scrollreportage des RBB und ems zum Thema Wohnungssuche, Vermieter, alternative Wohnformen und den vielfältigen Widerstand gegen immer weiter steigende Mieten in dieser Stadt.

August 2014

Link: Der Geldbeutel entscheidet

Göttliche Lage

Dokumentarfilm von Ulrike Franke und Michael Loeken
D 2014

Der Film begleitet das städtebauliche und landschaftsplanerische Großprojekt Phoenixsee in Dortmund, in dessen Verlauf auf dem ehemaligen riesigen Gelände des Stahlwerkes Phoenix-Ost in Dortmund-Hörde eine Seelandschaft mit Premium-Immobilien, einer Marina und einer Piazza, mit hochpreisigem Lebensraum zum Wohnen und Arbeiten entstanden ist.

Die Filmemacher Ulrike Franke und Michael Loeken begleiten in *GÖTTLICHE LAGE*den gewaltigen Prozess der Umwandlung eines kompletten Stadtteils über fünf Jahre von den ersten Sitzungen der Projektentwickler bis zur feierlichen Eröffnung und dem Einzug der ersten neuen Bewohner am Phoenix-See.